Saison

Saison 1992/93

Die UEFA Regeln besagten, dass Mannschaften, die in europäischen Wettbewerben spielten, maximal drei ausländische Spieler aufstellen konnten. Diese Regel hatte große Auswirkungen auf Europas reichere Teams, die nur drei ihrer teuren Ausländer gleichzeitig aufstellen konnten. Eine deutsche Mannschaft, die von dieser Regelung negativ betroffen war, war Stuttgart. Der deutsche Meister bekam es in der ersten Europapokal Runde mit Leeds United zu tun. Das Hinspiel in Deutschland war eine enge Kiste, bis Fritz Walter nach einer Stunde für Stuttgarts Führung sorgte. Leeds legte dann alles noch vorn und kassierte noch zwei weitere späte Gegentore, so dass Stuttgart mit dem 3-0 Erfolg ein sehr gutes Hinspiel Ergebnis erreicht hatte. Die englischen Champions zeigten im Rückspiel großen Kampfgeist und führten zehn Minuten vor dem Ende mit 4-1 und waren nur noch ein Tor von der nächsten Runde entfernt. Daraus wurde aber nichts mehr und die Stuttgarter hatten es aufgrund des erzielten Auswärtstors in die nächste Runde geschafft. Kurz darauf wurde jedoch festgestellt, dass Christoph Daum im Rückspiel mit der Einwechslung des Serben Jovica Simanic einen vierten Ausländer aufs Spielfeld brachte und somit die drei Ausländer Regelung verletzte. Die UEFA reagierte mit einem 3-0 Rückspiel Sieg für Leeds und setzte ein Wiederholungsspiel in Barcelona an. In einem fast leeren Nou Camp, gewann Leeds 2-1 und Stuttgart war draußen.

Es wurde nicht leichter für Leeds, das in einem „Battle of Britain“ gegen die Rangers spielen musste um auszumachen, wer die Gruppenphase erreichen würde. Im ersten Spiel in Glasgow traf Leeds schon früh, aber ein Fehler von Torwart John Lukic brachte die Schotten zurück ins Spiel und die Rangers konnten einen 2-1 Sieg erringen. Auch das Rückspiel gewannen die Rangers mit 2-1 und waren die verdienten Sieger.

Die Rangers kamen in Gruppe A, wo sie es mit Marseille, Dinamo Bucharest, Club Brugge und CSKA Moskau zu tun hatten.

In Gruppe B fanden sich Milan, PSV Eindhoven, IFK Göteborg und Porto wieder. Alle Mannschaften, die sich qualifiziert hatten, waren nun in der sogenannten Champions League. Sponsoring und Fernsehrecht wurde nun für diese Spiele als Exklusivpakete verkauft, was bedeutete, dass die Belohnung für das Erreichen dieser Runde lukrativer denn je wurde.

In Gruppe musste CSKA Moskau aufgrund schlechter Wetterbedingungen in Russland, all seine Heimspiele in Deutschland austragen. Favorit auf den Finaleinzug war Marseille, das nach der enttäuschenden Niederlage gegen Roter Stern Belgrad im Finale vor zwei Saisons, sein Team weiter verstärkt hatte. In den Reihen der Franzosen standen große Namen wie Barthez, Boli, Desailly, Deschamps, Abedi Pele, Boksic und Völler und man hatte eine Mannschaft, die bereit war ernsthaft um Europas wichtigsten Pokal zu kämpfen. Im ersten Spiel musste Marseille auswärts bei den Rangers spielen und zeigte seine Klasse schon früh, denn nach weniger als sechzig Minuten Spielzeit, trafen Boksic und Völler. Aber die Rangers kämpften sich zurück ins Spiel und sorgten mit zwei späten Toren durch McSwegan und Hateley für den Ausgleich. Als die beiden Kontrahenten sich fast fünf Monate später in Frankreich wiedertrafen, waren sie immer noch punktgleich und der Sieger der Partie würde einen Finalplatz sicher haben. Wieder ging Marseille in Führung und wieder kamen die Rangers zurück und erreichten ein 1-1 Unentschieden, so dass beide Teams weiterhin Chancen hatten. Für Marseille ging es im nächsten Spiel nach Brugge und die Rangers empfingen zu Hause CSKA Moskau. Die Rangers hatten haufenweise Torchancen, die aber allesamt vergeben wurden, so dass die Partie torlos unentschieden endete. Marseilles 1-0 Sieg in Brugge markierte den zweiten Finaleinzug des französischen Meisters in drei Jahren.

Gruppe B war deutlich weniger dramatisch. Der Ton wurde angegeben, als Milan sein erstes Spiel mit 4-0 gegen Göteborg gewann, wobei Marco Van Basten alle vier Tore erzielte. Milan gewann außerdem jedes Spiel in der Gruppenphase und nahm dabei nur ein Gegentor hin. Verfolger waren die Schweden mit sechs Punkten Rückstand (damals gab es nur zwei Punkte für einen Sieg). In der heimischen Liga lief es nicht gut für Milan aber in Europa war man auf dem Weg zu einem weiteren Finale und Europapokal Sieg.

Das Finale fand im Münchner Olympiastadion statt und sah Milan mit Vorteilen und besseren Chancen in Halbzeit 1. Barthez hielt hervorragend gegen Van Basten und Massaro, der zwei gute Chancen vergab. Kurz vor der Halbzeit gingen die Franzosen nach einem Eckball von Pele in Führung, den Basile Boli per Kopf verwertete. Kurz nach der Halbzeitpause, wechselte Capello Papin ein, der Donadoni ersetzte und der Franzose kam gegen seinen alten Klub zu mehreren guten Chancen, die jedoch alle vergeben wurden. Als Van Basten dann in der 86. Spielminute vom Platz ging, war das Spiel gelaufen.

Für Milan fühlte es sich an wie das Ende einer Ära. Gullit hatte nicht gespielt, Rijkard hatte seine Mannschaftskollegen nach dem Spiel informiert, dass er den Verein verlassen würde und Van Basten würde aufgrund seiner Verletzung nie wieder spielen. Das berühmte holländische Trio war Geschichte. In Marseille war die Freude groß, obwohl es schon Stimmen bezüglich eines Skandals gab, für den Moment gab es jedoch nur Freude über diesen Erfolg. Zwei Jahre nach der Riesenenttäuschung im Finale gegen Roter Stern Belgrad, erreichten die Franzosen einen großen Sieg gegen eine der besten Mannschaften in der Europapokal Geschichte.

1993 Europapokal Finale (München)

Marseille: 1 Milan: 0

Marseille: Barthez, Angloma (Durand), Di Meco, Boli, Sauzee, Desailly, Eydelie, Boksic, Voller (Thomas), Pele, Dechamps (Kapitän)
Torschützen: Boli
Milan: Rossi, Tassotti, Maldini, Albertini, Costacurta, Baresi (Kapitän), Lentini, Rijkaard, Van Basten (Eranio), Donadoni (Papin), Massaro

Saison 1987/88

Die Auslosung des Europapokals 1988 ergab direkt einen Knaller, bekamen es doch die Meister aus Spanien und Italien miteinander zu tun. Real Madrid, das ein Jahr zuvor so nah dran am Titelgewinn war, musste gegen Napoli spielen, das mit Hilfe des brillanten Diego Maradona die italienische Meisterschaft gewann. Das Hinspiel in Madrid wurde aufgrund vorangegangener Komplikationen im Bernabeu, diesmal hinter geschlossen Türen gespielt. Dies schien Real jedoch nicht allzu sehr zu beeinflussen und die Spanier gingen durch einen verwandelten Elfmeter von Michel und ein Eigentor von De Napoli mit einem 2-0 Sieg vom Platz. Napoli startete im Rückspiel mit einem frühen Tor innerhalb der ersten zehn Minuten, aber Butraguenos Ausgleich kurz vor der Halbzeitpause war genug und Real gewann das Duell mit insgesamt 3-1.

 

Titelverteidiger Porto gewann komfortabel zweimal mit je 3-0 gegen Vardar Skopje und die zweite portugiesische Meisterschaft im Wettbewerb, Benfica, gewann ihr Hinspiel mit 4-0 gegen Partizan Tirana, das zugleich vier Platzverweise kassierte und deshalb aus dem Wettbewerb geworfen wurde. Es gab leichte Siege für Sparta Prag (10-0 Sieg gegen Fram Reykjavik) und Bayern München (5-0 gegen CSKA Sofia). Anderlecht hatte da schon mehr Probleme und setzte sich nur knapp mit einem Tor gegen Malmo durch. Der PSV Eindhoven besiegte Galatasaray zu Hause souverän mit 3-0, verlor das Rückspiel in der Türkei mit 2-0 und qualifizierte sich hauchdünn für die nächste Runde. Steaua Bukarest siegte zu Hause mit 4-0 gegen MTK Budapest und verlor das Rückspiel in Ungarn ebenfalls mit 2-0, was fürs Weiterkommen ausreichte. Mit Dynamo Kiew schied aber einer der großen Namen aus. Die Ukrainer schlugen die Rangers zu Hause mit 1-0, mussten sich jedoch im Rückspiel in Glasgow mit 2-0 geschlagen geben und schieden aus.

 

In der 2. Runde bekam es Real Madrid mit Titelverteidiger Porto zu tun. Nach dem ersten Spiel in Valencia war der Ausgang noch sehr offen, denn Real gewann nur knapp mit 2-1. In Portugal erzielte Antonio Sousa mit einem Freistoß das 1-0 und glich das Duell damit insgesamt auf 2-2 aus und Porto hatte den Vorteil der Auswärtstore. Aber zwei Tore von Michel in der zweiten Halbzeit sorgten für das Aus des Titelverteidigers und bestätigten Reals Status als Favorit auf den Pokalgewinn.

 

Bayern München stand gegen Neuchatel Xamax aus der Schweiz kurz vor dem Ausscheiden. Das Hinspiel in der Schweiz wurde mit 2-1 verloren und im Rückspiel fanden die Bayern kein Mittel, bis zur 87. Minute als Pfugler die Deutschen erlöste und Wegmann sorgte in der letzten Minute sogar noch für das 2-0.

 

Im Viertelfinale standen sich Bayern und Real gegenüber, eine Wiederholung des Halbfinalaufeinandertreffens aus dem Jahr zuvor. Bayern ging durch drei Treffer zwischen der 40. Und 50. Minute mit 3-0 in Führung und die Sache schien schon im Hinspiel mehr oder weniger durch zu sein. Doch dann kam Real zurück und erzielte noch zwei Tore in den letzten sechs Minuten der Partie. Im Rückspiel schaffte Real einen 2-0 Erfolg und zog damit ins Halbfinale ein.

 

Die anderen drei Halbfinalisten waren Benfica, das sich mit insgesamt 2-1 gegen Anderlecht durchsetzte, der PSV Eindhoven, der gegen Bordeaux 1-1 spielte und aufgrund des Auswärtstores weiterkam und Steaua Bukarest, das insgesamt 3-2 gegen die Glasgow Rangers siegte.

 

Im Halbfinale ging Real im Bernabeu durch einen frühen Sanchez Elfmeter gegen PSV in Führung, aber der holländische Mittelfeldspieler Edward Linskens glich nach 19 Spielminuten aus und der PSV konnte das 1-1 halten. Im Rückspiel erwischte Torhüter Hans Van Breukelen einen sehr guten Tag und hielt sein Tor sauber, die Partie endete 0-0 und der PSV Eindhoven qualifizierte sich erstmals für ein Europapokal Finale. Im anderen Halbfinale zwischen Benfica und Steaua, folgte einem 0-0 in Rumänien, ein 2-0 Sieg in Portugal und Benfica löste das Finalticket. Somit stand zum zweiten Mal in Folge eine portugiesische Mannschaft im Finale.

 

Das Finale vor 70,000 Zuschauern in Stuttgart, war eine große Enttäuschung. Ohne Diamantino in seinen Reihen, spielte Benfica die meiste Zeit einen sehr negativen Stil mit elf Männern hinter dem Ball. Der PSV hatte mehr Ballbesitz, war aber nicht bereit zu viel zu riskieren und dem Spiel mangelt es an jeglichen Offensivaktionen. Der einzige Schuss aufs Tor in der ersten Halbzeit kam in der 37. Minute, als ein Schuss von Vanenburg von Benfica Torwart Silvino geblockt wurde. Nach gut einer Stunde, übte der PSV endlich mehr Druck auf das Benfica Tor aus und Silvino musste immer öfter einschreiten. Die beste Chance des Spiels hatte PSV Verteidiger Ivan Nielsen, der das leere Tor aus kürzester Distanz jedoch verfehlte. Die 90 Minuten und 30 Minuten der Verlängerung brachten keine Tor und somit ging ein Europapokal Finale zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren ins Elfmeterschießen. Hier erwiesen sich beide Teams relativ treffsicher, am Ende gewann Eindhoven mit 6-5 nach einem verschossenen Elfmeter von Veloso und holte sich den Europapokal nach Holland.


1988 Europapokalfinale (Stuttgart)
PSV Eindhoven 0 Benfica 0 (6-5 nach Elfmeterschießen)
PSV Eindhoven: Van Breukelen, Gerets (Kapitän), Nielsen, Koeman, Heintze, Van Aerie, Vanenburg, Linskens, Lerby , Kieft, Gillhaus (Janssen)
(Elfmeter Torschützen: Koeman, Kieft, Nielsen, Vanenburg, Lerby, Janssen
Benfica: Silvino, Veloso, Mozer, Dito, Alvaro, Elzo, Pacheco, Sheu (Kapitän), Chiquinho, Magnus son (Hajiri), Rui Aguas (Vando)
(Elfmeter Torschützen: Elzo, Dito, Hajiri, Pacheco, Mozer)

Saison 1971/72

Der Europapokal wurde nun zu einem immer wichtigen Wettbewerb für die europäischen Topvereine. Riesige Menschenmengen und Millionen von TV-Zuschauern schauten nun zu und die finanziellen Belohnungen für erfolgreiche Mannschaften wurden immer höher. Dies bedeutete, dass der Erfolgsdruck auf die Spieler immer stärker und stärker wurde. Aber es gab auch Negatives zu berichten, denn die Gewalt rund um den Fußballplatz prägte sich immer weiter aus und schon bald sollte die UEFA erneut einschreiten müssen.

 

Die Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Inter Mailand startete auf tolle Art und Weise. Nach 22 Minuten lagen die Gladbacher mit 2-1 in Front, aber kurz darauf sollte es Ärger geben. Nach einer guten halben Stunde wurde eine Coca Cola Dose aus den Zuschauerrängen geworfen und traf den Inter Torschützen Roberto Boninsegna am Kopf. Die Anhänger der Heimmannschaft waren der Ansicht, dass der Italiener übertreibt, nichts desto trotz wurde der Spieler ausgewechselt und vom jungen Ghio ersetzt. Dieser Zwischenfall schien Inter komplett aus der Bahn geworfen zu haben, kassierten sie doch drei Tore in den letzten fünf Minuten vor der Halbzeit und lagen mit 5-1 hinten. In der zweiten Hälfte kam es noch schlimmer für die Italiener, denn der verletzte Jair konnte nicht mehr ausgewechselt werden, hatte man das Wechselkontingent doch bereits ausgeschöpft. Zudem wurde Corso vom Platz gestellt. Die neun Inter Spieler gingen mit 7-1 unter und der Wettbewerb war für sie gelaufen.

 

Inter beantragte bei der UEFA die Disqualifikation von Borussia Mönchengladbach, das am Boninsegna Zwischenfall beigetragen haben soll. Die UEFA hatte gerade erst Panionios Athen aus dem UEFA Cup verbannt und fünf ihrer Spieler aufgrund von „Disziplinmangel“ in einem vorigen Spiel gesperrt. Gladbach wurde aber nicht rausgeworfen, es sollte ein Wiederholungsspiel in Bern stattfinden und die Gladbacher mussten eine Geldstrafe zahlen. Inter Manager Franco Manni zeigte sich zufrieden aber die Deutschen waren außer sich. Die Gladbacher legten Einspruch gegen diese Entscheidung ein, der einzige Erfolg war aber, dass das Wiederholungsspiel in Berlin stattfindet.
Was ursprünglich das Rückspiel sein sollte, wurde nun zum Hinspiel. Rund 1,200 Polizeibeamte wurden dem Spiel zugewiesen und die 90,000 Zuschauer wurden haarscharf auf Waffen, Raketen und Feuerwerkskörper untersucht. Inter musste ohne Corso ausgekommen, der eine einjährige Sperre von der UEFA für seine Attacke auf den Schiedsrichter ausgesprochen bekam. Boninsegna hatte sich wieder erholt und konnte von Beginn an spielen. Die Italiener gewannen 4-2. Das Rückspiel endete torlos und Inter zog ins Viertelfinale ein, trotz eines schlechten Beigeschmacks.

 

Nach dem Europapokal Sieg von Ajax wurde Trainer Rinus Michels nach Barcelona gelockt und der Trainerplatz in Amsterdam ging an den Rumänen Stefan Kovacs. Die Holländer starteten ihre Mission Titelverteidigung mit komfortablen Siegen über Dynamo Dresden und Marseille, bevor sie es im Viertelfinale mit Englands Meister Arsenal zu tun bekamen.

 

Arsenal verlor das Hinspiel in Amsterdam trotz früher Führung durch Ray Kennedy mit 2-1, Torschütze war Ajax war zweimal Muhren. Im Rückspiel schoss George Graham ein frühes Eigentor und Ajax qualifizierte sich für ein weiteres Halbfinale.

 

Das zweite holländische Team, Feyenoord, bekam es mit Benfica zu tun, das im Angriff immer noch stark auf Eusebio setzte, der nun von den beiden jungen Flügelspielern Nene und Jordao unterstützt wurde. Feyenoord nahm einen 1-0 Hinspielsieg ins Rückspiel nach Lissabon, wo sie jedoch deutlich verloren und sich mit insgesamt 5-2 geschlagen geben mussten. Die zwei anderen Mannschaften in den Halbfinals waren Inter, das sich gegen Standard Lüttich durchsetzte und Celtic, das knapp gegen Ujpest Dozsa gewann.

 

Im Halbfinale bekam es Celtic mit dem alten Rivalen Inter zu tun. Beim letzten Aufeinandertreffen war es Angriffsfußball, der die Partien entschieden hatte. Diesmal sah die Sache jedoch komplett anders aus. Zwei 90-Minuten Spiele und weitere 30 Minuten Verlängerung, brachten kein einziges Tor und so sollte das Elfmeterschießen in Glasgow darüber entscheiden, wer ins Finale einzieht. Der entscheidende Elfmeter war Celtics Erster, von Ersatzspieler Dixie Deans, der weit über die Latte ging. Mazzola, Facchetti, Frustalupi, Pellizzaro und Jair verwandelten ihre Elfmeter für Inter und die Italiener standen im Finale von 1972. Dort sollten sie auf Ajax stoßen, das den einzigen Treffer der vier Halbfinalspiele erzielt hatte, und zwar im Hinspiel gegen Benfica.

 

Unter der Führung von Trainer Giovanni Invernizzi verfolgte Inter eine klare Taktik gegen Ajax, bis zur 70. Minute verteidigen um dann den finalen Angriff für den Titelgewinn zu starten. Zur Halbzeit in Amsterdam sah es aus, als würden die italienischen Taktiken sich durchsetzen. Inter hatte sich zurückfallen lassen und erlaubte Ajax anzustürmen, lediglich Boninsegna blieb vorne. Ajax vergab eine Reihe von Torchancen und traf sogar zweimal nur Aluminium. Der italienische Plan schien aufzugehen.
Aber schon nach zwei Minuten nach Wiederanpfiff, war der Bann gebrochen. Torschütze zum 1-0 für Ajax war Johan Cruyff nach einer Flanke von Suurbier. Die Führung war hochverdient, Inter reagierte und zwang Stuy im Ajax Tor zu einer guten Parade. In der 77. Spielminute köpfte Cruyff einen Freistoß von Keizer zum 2-0 ins Tor und das Spiel war entschieden.

1972 Europapokal Finale (Rotterdam)
Ajax 2 Internazionale 0
Ajax: Stuy, Suurbier, Hulshoff, Blankenburg, Krol, Neeskens, Haan, Mühren; Swart, Cruyff, Keizer (Kapitän)
Torschütze: Cruyff (2)
Internazionale: Bordon, Bellugi, Burgnich, Giubertoni (Bertini), Facchetti, Bedin, Oriali, Mazzola (Kapitän), Frustalupi, Jair (Pellizzaro), Boninsegna

Saison 1970/71

Feyenoord sollte den Pokal in einem Wettbewerb verteidigen, wo viele große Namen des europäischen Fußballs komischerweise gefehlt haben. Es gab kein Real Madrid (zum ersten Mal überhaupt) oder Barcelona aus Spanien, kein Juventus, kein AC Mailand oder Inter Mailand aus Italien, kein Manchester United, Liverpool oder Leeds aus England und kein Benfica aus Portugal. Aber die Titelverteidiger sollten keinen Vorteil aus der Situation ziehen, schieden sie doch direkt in der ersten Runde aus. Gegen den Außenseiter UT Arad aus Rumänien reichte es nur zu zwei Unentschieden und man schied aufgrund der Auswärts-Torregel aus.

 

Neben Feyenoord war auch Ajax aus Holland im Geschäft und mittlerweile hatte man jede Menge europäische Erfahrung sammeln können. Sie standen im Europapokal Finale 1969 und Fairs Cup Halbfinale 1970 und wollten jetzt noch mehr erreichen. Die Europapokal Saison begann für Ajax mit einer Reise nach Albanien, wo sie es mit Nentori Tirana zu tun bekamen. Die Holländer schafften eine frühe zwei Tore Führung und obwohl die Gastgeber sich zurückkämpften und ein 2-2 Unentschieden holten, genügte Ajax ein 2-0 Sieg in Amsterdam aus um sicher in die nächste Runde zu kommen. In der nächsten Runde schlugen sie den FC Basel ähnlich komfortabel mit einem Gesamtergebnis von 5-2. Somit stand Ajax im Viertelfinale, wo sie es mit ihrem bislang stärksten Gegner zu tun bekommen sollten.

 

Celtic war zum fünften Mal nacheinander im Europapokal Wettbewerb vertreten und beeindruckte in den ersten beiden Runden mit insgesamt 24 Toren gegen Gegner aus Island und Irland. Nach dem Ausscheiden von Feyenoord, waren sie die einzige verbliebene Mannschaft, die schon einmal den Europapokal gewinnen konnte. Im Viertelfinale musste Celtic gegen Ajax spielen, gegen das man in den Jahren zuvor im Finale verlor.

 

Das Hinspiel in Amsterdam war eine träge Angelegenheit, was die ersten 60 Minuten betrifft, denn es gab keinerlei Tore und Celtic war mit dem Zwischenstand zufriedener als Ajax. Das letzte Drittel der Partie sollte aber alles ändern und Ajax eine sehr gute Ausgangssituation für den Einzug ins Halbfinale verschaffen. Der Spielverlauf änderte sich nach 62 Minuten, als Cruyff einen verlorenen Ball aufnahm, ihn perfekt kontrollierte und mit einem starken Linksschuss Torhüter Williams bezwang. Acht Minuten später traf Hulshoff mit einem direkten Freistoß und in der letzten Minute erhöhte Keizer sogar noch auf 3-0 für Ajax. Obwohl Celtic im Rückspiel tapfer kämpfte und durch Johnstone nach 27 Minuten in Führung ging, reichte es nicht mehr für ein großes Comeback aus. Zum zweiten Mal in Folge musste sich Celtic einem Team aus Holland geschlagen geben und Ajax stand im Halbfinale.

 

Die beiden Aufeinandertreffen zwischen Borussia Mönchengladbach und Everton endeten jeweils 1-1 und es kam die Zeit des ersten Elfmeterschießens im Europapokal überhaupt. Leider ging die Sache negativ für Gladbach aus, denn Herbert Laumen und Ludwig Muller verschossen und schickten Everton ins Viertelfinale.
Überraschenderweise, war es das dann aber auch für Everton, denn die Engländer schieden gegen die Griechen von Panathinaikos aus. Nur ein Last Minute Tor rettete Everton vor der Heimspiel Niederlage (1-1), aber ein torloses Unentschieden im Rückspiel reichte Panathinaikos aus und sie wurden die erste griechische Mannschaft, die das Halbfinale im Europapokal erreichen konnte.

 

In der zweiten Runde bekamen es die Meister aus Italien und Spanien miteinander zu tun. Cagliari gegen Atletico Madrid mag vielleicht nicht denselben Reiz wie zum Beispiel Milan gegen Real Madrid gehabt zu haben, aber an Spannung mangelte es keineswegs. Zur Halbzeit in Italien lag Cagliari deutlich mit 2-0 in Führung, aber ein Tor von Luis für Atletico in der zweiten Halbzeit gab den Spaniern Hoffnung und ein Hattrick von Luis in Madrid reichte aus, damit Atletico die nächste Runde erreicht, wo man es mit Legia Warschau zu tun bekommen sollte und die man aufgrund der Auswärtstor Regelung aus dem Turnier werfen konnte. In den Halbfinals musste Atletico dann gegen Ajax spielen und Panathinaikos gegen Roter Stern Belgrad, das UT Arad (Feyenoord Bezwinger), komfortabel bezwang und sich weiterhin gegen Carl Zeiss Jena durchsetzen konnte.

 

Beide Halbfinals wurden von Teams gewonnen, die eine Hinspiel Niederlage hinnehmen musste. In Madrid musste sich Ajax durch ein Irureta Tor für Atletico geschlagen geben, aber die Holländer siegten im Rückspiel klar mit 3-0. Das erste Tor schoss Keizer nach nur acht Minuten aber die Amsterdam Anhänger mussten bis zur 75 Minute warten, als Suurbier auf 2-0 erhöhte, bevor Neeskens kurz vor Schluss alles klar machte und den 3-0 Endstand besorgte. Dieses Comeback war jedoch nichts im Vergleich dazu, was Panathinaikos gegen Roter Stern Belgrad geschafft hat. Im ersten Spiel führte Roter Stern zur Halbzeit mit zwei Toren nach Treffern von Ostojic und Jankovic. Eine Minute nach Wiederanpfiff, stand es nach dem zweiten Treffer von Ostojic nun schon 3-0. Nach 56 Minuten traf verkürzte Kamaras auf 1-3 und brachte die Griechen zurück ins Spiel. Doch nach dem Hattrick von Ostojic, der in der letzten Minute erneut traf, schien Roter Stern mit dem 4-1 schon als der klare Sieger. Aber Panathinaikos kämpfte sich im Rückspiel zurück. Ein Tor von Antoniadis in der ersten Minute war der perfekte Start und als derselbe Spieler nach 55 Minuten erneut einnetzte, hatten die Griechen wieder Hoffnung. Der Siegtreffer kam nach 64 Minuten durch Kamaras und reichte aus, so dass die Griechen aufgrund des erzielten Auswärtstors ins Finale einzogen.
Das große Finale fand im Wembley statt, das von tausenden holländischen und griechischen Fans eingenommen wurde. Ajax übernahm durch Van Dijk früh die Führung im Spiel und die Holländer kontrollierten das Spiel. Die Haupttaktik von Panathinaikos war es, hohe Bälle auf den Kopf von Antoniadis zu schicken, jedoch ohne wirklich zwingende Torgelegenheiten. Der einzige Grund, weshalb die Partie nicht schon zur Halbzeit entschieden war, war die überragende Torwart Leistung von Economopoulos im Panathinaikos Tor. In der zweiten Halbzeit kamen die Griechen immer besser ins Spiel, vor allem durch die Mittelfeld Motoren Domazos und Elefterakis, aber letztendlich machte Arie Haan zwei Minuten vor Schluss alles klar und Ajax war der Sieger.

 

So tapfer die Griechen auch gekämpft hatten, am Ende setzte sich die Klasse von Ajax durch und die Holländer konnten einen bemerkenswerten Triumpf feiern. Holland war nun die Macht im europäischen Fußball und mit Spielern wie Cruyff, Neeskens und Haan, sah die Zukunft des holländischen Fußballs mehr als rosig aus.

1971 Europapokal Final (London)
Ajax 2 Panathinaikos 0
Ajax: Stuy, Neeskens, Hulshoff, Vasovic (Kapitän), Suurbier, Rijnders (Blankenburg 46), Mühren, Swart (Haan 46), Van Dijk, Cruyff, Keizer
Torschützen: Van Dijk, Haan
Panathinaikos: Ekonomopoulos, Tomaras, Sourpis, Kamaras, Vlachos, Elefterakis, Domazos (Kapitän), Kapsis, Grammes, Antoniadis, Filakouris

Saison 1969/70

Seit einiger Zeit hatte es nun den Anschein, als würden niederländische Teams den europäischen Fußball dominieren können. Der restliche Kontinent war gewarnt, als Feyenoord im Jahre 1963 das Halbfinale erreichte und Ajax Liverpool 1966 sieben Tore einschenkte. Und der Finaleinzug von Ajax im Jahre 1969 hatte den niederländischen Fußball nach ganz weit oben katapultiert. Trotz des Europapokal Finaleinzugs, hatte Ajax die niederländische Meisterschaft 1969 nicht gewinnen können, landete man doch als Zweiter hinter Feyenoord, dem bitteren Rivalen aus Rotterdam.

 

Feyenoord wurde von Österreichs ehemaligem Nationalspieler Ernst Happel trainiert. Happel hatte ein Team rund um Torwart Rinus Israel, den brillanten Mittelfeldspielern Wim van Hanegem und Wim Jansen und den Angreifern Franz Hasil und Ove Kindvall aufgebaut, das von den zwei niederländischen Nationelspielern auf den Außenbahnen, Henk Wery und Coen Moulijn, komplettiert wurde. Sie legten einen fantastischen Europapokal Einstand hin und zerlegten KR Reykjavik aus Island mit 16 Toren – inklusive einem Rekord Hinspiel Sieg von 12-2 in der ersten Runde. Doch schon in der zweiten Runde sollte ein viel härterer Test anstehen, bekam man es doch mit den amtierenden Champions von Milan zu tun.

 

Nach dem komfortablen Finalsieg gegen Ajax vor sechs Monaten erwartete die Fußballwelt eine klare Sache für Milan gegen Feyenoord und als die Italiener schon nach neun Minuten im Hinspiel im San Siro in Führung gingen, schienen sich die Erwartungen zu bestätigen. Aber Milan konnte die Führung nicht weiter ausbauen und reiste zwei Wochen später nur mit einem 1-0 im Gepäck nach Rotterdam. Nach sechs Minuten ging Feyenoord durch Wim Jansen mit 1-0 in Führung und als Van Hanegem bei weniger als zehn Minuten vor Spielende per Kopf zum 2-0 traf, stand das De Kuip Stadion in Rotterdam Kopf. Feyenoord warf den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb und bekam es im Viertelfinale mit Vorwärts Berlin aus der ehemaligen DDR zu tun. Trotz einer Hinspielniederlage, qualifizierten sich die Niederländer dank Treffern von Kindvall und Wery für das Halbfinale, zum zweiten Mal in ihrer Geschichte.

 

In der zweiten Runde bekamen es mit Celtic und Benfica zwei ehemalige Champions miteinander zu tun. Im Hinspiel zeigte Celtic den Fußball, der sie 1967 zum großen Europapokal Erfolg führte. In den ersten Spielminuten ließ Gemmell einen Fernschuss aus 30 Metern ab, der den Schotten die frühe Führung brachte. Und obwohl ein Hughes Goal merkwürdigerweise aberkannt wurde, ging Celtic trotzdem mit einem 2-Tore Vorsprung in die Halbzeit, hatte Wallace doch aus kurzer Distanz den Vorsprung ausbauen können. Benfica kam mit der Spielweise von Celtic überhaupt nicht zurecht und es wurde nicht besser, besonders als Eusebio verletzt den Platz verlassen musste. Ein drittes Tor war undvermeidbar und es kam durch ein Kopfballtor von Hood. Die Gastgeber hätten durchaus noch mehr Tore erzielen können, aber ihre 3-0 Führung schien ein mehr als gutes Polster für das Rückspiel in Lissabon zu sein.

 

Das Rückspiel hätte nicht unterschiedlicher sein können. Celtic war fast von der ersten Minute unter Druck und es war Torhüter John Fallon, der die Benfica Angriffe zu Nichte machte. Zwei brillante Fallon Paradon gegen Eusebio bewahrten Celtic bis zur 36 Minute vor dem Rückstand. Die Halbzeit rückte näher und endlich wurde Benfica erlöst, ein Eusebio Kopfball brachte den langersehnten ersten Treffer der Partie und zwei Minuten später war es Graca, der zum 2-0 einschoss.

 

Früh in Halbzeit 2, musste Eusebio wie schon im Hinspiel aufgrund einer Verletzung das Spiel verlassen, was den Angriffswellen von Benfica jedoch keinen Abbruch tat, musste Fallon doch schon wieder mehrere Glanzparaden auspacken. Die Uhr tickte für Celtic beim Gesamtstand von 3-2 für Celtic und es schien, als würden die Schotten durchhalten. In der letzten Spielminute erzielte der eingewechselte Diamantino per Freistoß und Benfica schaffte das unglaubliche Comeback. Die Partie ging in die Verlängerung, wo es aber keine weiteren Tore gab und die Partie durch die Münze entschieden werden musste. Die beiden Mannschaftskapitäne wurden in die Umkleide des Schiedsrichters gerufen und als die Münze fiel, war das Glück auf Celtics Seite und die Schotten zogen ins Viertelfinale ein. Obwohl das Glück auf ihrer Seite war, war Celtic nicht begeistert von der Art und Weise, wie die Qualifikation entschieden wurde und schlug der UEFA vor, dass der Münzwurf durch einen Spielstand, basierend auf der Anzahl von Eckbällen in der Verlängerung, ersetzt wird. Diese Methode wurde abgelehnt aber die Münze sollte nicht länger im Europapokal verwendet werden und es kam die Zeit des Elfmeterschießens.

 

Benfica war nicht der einzige ehemalige Champion, der den Wettbewerb in der zweiten Runde verlassen musste. Milan wurde von Feyenoord geschlagen und Real Madrid wurde von Standard Lüttich aus dem Wettbewerb geworfen. Celtic war nun das einzige Team, das schon einmal den Europapokal gewinnen konnte und der Weg war bereitet für eine neue Mannschaft in der Liste der Champions.

 

Ein Team mit sehr großen Hoffnungen, war Leeds United. In der ersten Runde wurde Lyn Oslo auseinandergenommen und in der zweiten Runde schlugen sie Ferencvaros mit zwei 3-0 Erfolgen. Dann ging es gegen Real Madrid Bezwinger Standard Lüttich. Die Aufgabe wurde schwieriger und die Siege knapper, dennoch reichten zwei 1-0 Siege für die Engländer aus und sie standen im Halbfinale. Celtic bekam es mit dem italienischen Meister Florenz zu tun. Die Fiorentina hatte sich gegen Oesters Vaxjo aus Schweden und Dynamo Kiev aus der Ukraine durchsetzen können. In der Runde der letzten Acht, hieß der Gegner Celtic. So wie schon Benfica, wurden die Italiener in Glasgow mit 3-0 geschlagen, aber sie konnten kein gleichwertiges Comeback schaffen, gewannen sie im Rückspiel doch mit nur einem Tor Vorsprung.

 

Im Halbfinale standen neben Celtic, Leeds und Feyenoord die Polen von Legia Warschau, die mit ihrem Star-Spieler Kazimierz Deyna, Galatasaray 3-1 besiegten um diese Runde zu erreichen. Die Halbfinals hießen Legia gegen Feyenoord und im „Battle of Britain“ Leeds gegen Celtic.

 

Das Hinspiel fand in Leeds statt und die Gastgeber wurden als heiße Favoriten gehandelt. Innerhalb von 45 Sekunden jedoch, lag Celtic nach einem Treffer von Connelly in Front. Fünfzig Sekunden in der zweiten Halbzeit und derselbe Spieler traf erneut, doch diesmal wurde das Tor wegen Abseits aberkannt. Mehr Tore gab es im Hinspiel nicht und Celtic hatte sich eine sehr gute Ausgangsbasis verschafft. Beim Rückspiel im Hampden Park von Glasgow, fanden sich unglaubliche 135,826 Zuschauer ein, ein Rekord, der noch heute Gültigkeit hat. Das Spiel wurde klar von Celtic dominiert und in der ersten Halbzeit übernahmen Murdoch, Connelly und Auld die Kontrolle im Mittelfeld und kreierten eine Reihe von Torchancen. Celtic erarbeitete sich in den ersten acht Minuten sechs Eckbälle gegen eine Mannschaft aus Leeds, die gerademal vier Tage zuvor, ein anstrengendes F.A. Cup Finale gegen Chelsea spielte. Celtic sorgte in der ersten Halbzeit für viel Druck, schaffte aber kein Tor. Stattdessen erzielte der schottische Kapitän von Leeds, Billy Bremner, durch einen Distanzschuss das 1-0 für Leeds und der Gesamtstand lautete nun 1-1. Dieses Tor kam absolut überraschend und stellte den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Innerhalb der ersten sechs Minuten in Halbzeit 2, stellte Celtic jedoch wieder die Weichen und schoss zwei Tore durch Hughes und Murdoch. Danach hatte Celtic kaum Probleme mit den Versuchen von Leeds und die Schotten sicherten sich den Einzug in ihr zweites Europapokal Finale. Der Finalgegner von Celtic hieß Feyenoord. Nach einem torlosen Unentschieden in Warschau, besiegten die Niederländer Legia im Rückspiel durch ein Kopfballtor von Van Hanegem in der dritten Minute und ein Tor von Hasil nach 32 Minuten.

 

So wie Leeds im Halbfinale, war Celtic klarer Favorit für das Finale in Mailand. Sie hatten Benfica, Florenz und Leeds United aus dem Wettbewerb befördert und hatten den Pokal zuvor schon einmal gewonnen.

 

Mailand wurde von 25,000 Schotten in grün und weiß und 25,000 Holländern in roten und weißen Shirts eingedeckt und alles war bereit für einen großen Fußballabend. Die Partie begann jedoch nicht wie erwartet und Celtic konnte keinesfalls die Dominanz aus den vorherigen Duellen aufbauen. Ernst Happel hatte Johnstone als größte Gefahrenstelle ausgemacht und ließ ihn doppelt bewachen. Und während Murdoch, Connelly und Auld das Mittelfeld in beiden Halbfinalspielen dominierten, wurden sie diesmal von Hasil, van Hanegem und Jansen vollständig neutralisiert. Und trotzdem waren es die Schotten, die nach einer halbe Stunde durch Gemmell in Führung gingen. Diese Führung hielt jedoch nur für zwei Minuten, denn Israel glich für Feyenoord durch einen Kopfball hochverdient aus. Dank mehreren hochklassigen Glanzparaden von Williams im Celtic Tor und auch etwas Glück, konnten die Schotten das 1-1 nicht nur über die restliche reguläre Spielzeit bringen, sondern auch bis zu den letzten Momenten der Verlängerung hieß es 1-1. Als es schon den Anschein hatte, als würde zwei Tage später ein Wiederholungsspiel anfallen, wurde plötzlich das Siegtor erzielt. Der glückliche Torschütze war nach Gewusel im Celtic Straufraum Ove Kindvall und Celtic hatte keine Zeit mehr, das Finale war entschieden. Der Europapokal war erstmals auf dem Weg in die Niederlande, wo er von 200,000 Fans in Rotterdam in Empfang genommen werden sollte.

1970 Europapokal Final (Mailand)
Feyenoord 2 Celtic 1
Feyenoord: Pieters-Graafland, Romeijn (Haak), Israel (Kapitän), Laseroms, Duivenbode, Hasil, Jansen, van Hanegem, Wery, Kindvall, Moulijn
Torschützen: Israel, Kindvall
Celtic: Williams, Hay, McNeill (Kapitän), Brogan, Gemmell, Murdoch (Connelly), Auld, Johnstone, Hughes, Wallace, Lennox
Torschütze: Gemmell

Saison 1973/74

Nach seinem dritten Erfolg im Europa Pokal sah es aus, als wäre Ajax Amsterdam unbesiegbar; das Team forderte Real Madrids Rekord von fünf Siegen in Folge heraus. Doch im Sommer 1973 verließ der wichtigste Spieler, Johan Cruyff, das Team um Rinus Michels, seinen alten Manager nach Barcelona zu begleiten. Das war der Beginn des Falls eines der besten Teams, die die Welt je gesehen hatte. Die Trennung von Cruyff hatte einen direkten Einfluss auf die Ergebnisse von Ajax im internationalen Wettbewerb. Es stand gerade unentschieden gegen CSKA Sofia, als Ajax dem Ausscheiden in der ersten Runde entgegen sah. Ajax konnte gerade mal ein Tor gegen die Bulgarier holen, welches im Rückspiel in der 69. Minute von Marahliev ausgeglichen wurde. Das Spiel ging in die Nachspielzeit, wo ein Tor von Zhekov in den verbleibenden fünf Minuten CSKA zum ersten Team wurde, das Ajax für mehr als drei Jahre aus dem Europapokal warf. Damit ging die Ära Ajax zu Ende.

 

Zehn Jahre zuvor hatte Bayern München in der zweiten westdeutschen Liga sein Dasein gefristet. Allerdings waren die Bayern auf dem Weg zu einer dritten aufeinander folgenden deutschen Meisterschaft und verfügten über einige der größten Namen im europäischen Fußball. Ihre Verwandlung begann mit dem in Jugoslawien geborenen Trainer Tschick Cajkovski. Er war es, der das Potential von jungen Spielern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller erkannte und der bald ein Bayern Team mit einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren in die Bundesliga führte. Schon 1967 hatten sie einen ersten Vorgeschmack vom europäischen Glanz bekommen, als sie Pokalsieger wurden. Im folgenden Jahr kamen die Bayern, nur vom AC Milan besiegt, bis ins Halbfinale. Ein Jahr später wurden die Bayern deutscher Meister. Im Jahr 1970 wurde Udo Lattek Trainer und brachte Bayern noch weiter. Im brandneuen Olympiastadion gewannen sie 1972 den Bundesligatitel mit Müller, der 30 Punkte in der Meisterschaft holte. Im darauf folgenden Jahr verteidigten sie den Titel sogar. Maier war nun einer der bekanntesten Torhüter der Welt, Müller einer der gefürchtetsten Stürmer und Beckenbauer galt als einer der talentiertesten Fußballer der Fußball- Geschichte. Man nannte ihn „Der Kaiser“, er änderte seine Rolle des Libero zu einem reinen Defensivspieler, der Sicherheit von hinten bot, der Anstifter von Attacken war und der den Ball aus der Defensive nach vorne oder sogar bis ins Tor brachte. Mit Paul Breitner und Georg Schwarzenbeck in der Defensive und Uli Hoeness im Mittelfeld im Team waren Bayerns Aussichten auf den Europapokal sicher.

 

Die westdeutschen Meister rund um Lattek legten in der Saison 1973/74 keinen überzeugenden Start hin. Nachdem sie gegen den schwedischen Verein von Atvidaberg 3 – 1 in München gesiegt hatten, lagen sie im Rückspiel in Schweden schon 0 – 3 hinten, bevor Hoeness sie in der 75. Minute durch ein Tor erlöste und sie im Elfmeterschießen noch ein glückliches 4 – 3 errangen. Conny Torstensson schoss für die Schweden zwei Tore der drei Tore in der regulären Spielzeit. Die Bayern waren von Torstensson so beeindruckt, dass sie ihn hinterher zu sich ins Team holten. Bei einem weiteren spannenden Spiel gegen den ostdeutschen Gegner Dynamo Dresden kam es zu einem dramatischen Gleichstand: In der Halbzeit des Hinspiels in München hatte Dynamo mit 3 – 2 vorne gelegen. Durch Tore von Roth und Müller in der zweiten Hälfte errang Bayern im Hinspiel eine knappe Führung. Das große Drama allerdings kam erst im Rückspiel: Nach zwölf Minuten in Dresden schien das Turnier entschieden zu sein, als zwei Tore durch Uli Hoeness einen anständigen Vorsprung von 6 – 3 sicherten. Doch zwischen der 42. und der 56. Minute holte Dynamo mit drei Toren auf, und auf einmal sah es so aus als würden die Dresdner gewinnen. Doch nicht zum letzten Mal rettete Gerd Müller sein Team, als sein Tor das Viertelfinale mit einem Sieg von 7-6 sicherte.

 

In der ersten Runde hatte Dynamo das Team Juventus, den Finalisten der vorher gehenden Saison, heraus geworfen. Doch dies war nur einer von vielen Siegen einiger auf der osteuropäischen Seite agierenden Mannschaften. So überraschend wie CSKA Sofia Ajax raus warf, war auch der Sieg von Ujpest Dozsa aus Ungarn über Benefica sowie Liverpools Niederlage gegen Red Star Belgrad eine echte Sensation, es war als würde der eiserne Vorhang seine Muskeln anspannen. Zwei dieser Seiten trafen sich im Viertelfinale, nachdem Ujpest gegen Spartak Trnava zum letzten Mal unter den letzten acht für die zwei folgenden Jahre auftauchte. Nach zwei Spielen, die 1 – 1 ausgingen, konnte der Gewinner nur durch einen Elfmeter festgestellt werden, wobei Ungarn mit 4-3 gewann. Die anderen beiden verbleibenden Ostblockteams flogen gleichzeitig raus. CSKA Sofia war nicht in der Lage, seinen heroischen Sieg gegen Ajax im Spiel gegen Bayern zu wiederholen. Ein 4 – 1- Sieg für die Deutschen in München, erreicht durch zwei Tore von Torstensson und je eins von Beckenbauer und Müller, waren zu viel für den CSKA. Besonders als Breitner im Rückspiel sehr früh ein Tor erzielte, war die Begegnung beider Teams endgültig entschieden. Obwohl die Bulgaren das Spiel mit 2 – 1 gewannen, wurden sie aus dem Turnier befördert; genau so wie Roter Stern Belgrad, das zu Hause 2 – 0 gegen Atletico Madrid im Rückspiel, nach einem Torlosen Hinspiel in Spanien, verloren hatte.

 

Der vierte Einzug ins Halbfinale sollte an die Gewinner des Gleichstandes zwischen dem FC Basel und Celtic gehen. Ein phenomenales Hinspiel in der Schweiz endete mit dem Vorsprung Basels von 3-2 gegen Glasgow. Celtic attackierte von Anfang an, doch wurde nach nur fünf Minuten zurück geschlagen, als der Spieler George Connelly wegen eines gebrochenen Knöchels vom Feld getragen wurde. Nach nur zehn Minuten im Spiel waren schon zwei Tore der Schotten abgepfiffenen worden, eines wegen eines Fouls und das andere wegen eines Abseits. Als dann der Schotte Kenny Dalglish in der zwölften Minute den Ball von einer Ecke ins Tor brachte, war Erleichterung im Publikum von 71.000 Zuschauern im Celtic Park zu hören. Als nur drei Minuten später ein Schuss durch Deans das 2 – 0 besiegelte, stand Celtic nur noch einen Katzensprung von einem weiteren Halbfinale entfernt. Doch Basel war noch nicht besiegt. Nach 33 Minuten und einem spektakulären Kopfballtor von Mundschin waren sie zurück im Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit machte Balmer den Ausgleich, nachdem der Torhüter von Celtic den Ball von Rahman nicht halten konnte. Die zweite Hälfte begann besser für Celtic, welches sich eine Chance nach der anderen erspielte, doch Basel hielt immer dagegen. So hatte das Publikum weiterhin einen Grund, unter Strom zu stehen. Der Druck durch die Schotten zahlte sich aus, als Callaghan aus einer Ecke ein Tor machte. Doch da in der regulären Spielzeit keine weiteren Tore fielen, ging das Spiel in die Nachspielzeit. Das Tor zum Sieg kam nach 8 Minuten in der Nachspielzeit, als der Celtic Spieler Steve Murray einen Kopfball am Reservetorhüter Kunz vorbei zum 6 – 5 zauberte.

 

Im Halbfinale traf Celtic auf Atletico Madrid. Die spanischen Meister wurden von Juan Carlos Lorenzo trainiert, einem Veteran der Weltmeisterschaften in Argentinien 1966. Die Spanier wurden damals vom Boss der Engländer, Alf Ramsey, als ,animals‘ (zu deutsch ,Tiere‘) bezeichnet, weil sie und das Estudiantes Team in den 60er Jahren durch brutale Spiel – Taktiken bekannt geworden waren. Unter Lorenzos Verantwortung war Atletico in der Lage, bösartig und zynisch zu spielen und war nie selbstsicherer in einem Hinspiel gewesen als in jenem im Celtic Park. Die Celtics wurden von einem Gegner rausgeworfen, der dazu entschlossen war, jede Methode anzuwenden um den Heimspielern den Rhythmus zu zerstören. Der türkische Schiedsrichter Dogan Babacan warf die Spieler Ayala, Diaz und Quinque raus und verwarnte fünf weitere Spieler von Atletico, als er versuchte, Kontrolle über ein Spiel zu behalten, das einem Blutbad ähnlich sah. Nach dem Spiel kam es zu weiteren hässlichen Szenen, als die Polizei Spieler der Mannschaften voneinander trennen musste. Der Ausgang von 0 – 0 war eine gute Position für Atletico Madrid: Sie machten alles daraus und gewannen das Rückspiel 2 – 0 dank der späten Tore von Garate und Adelardo, die ihr erstes Europapokalfinale erreichten.

 

Währenddessen erreichte auch Bayern München sein erstes Finale. Nach einem 1 – 1 in Ungarn gegen Ujpest Dozsa erspielten die Deutschen einen bequemen Sieg von 3 – 0 im Olympiastadium. Das bedeutete, dass zum ersten Mal seit 1961 das Europacup- Finale zwischen zwei Mannschaften entschieden wurde, die noch nie zuvor so weit gekommen waren.
Bayern und Atletico trafen in Brüssel im Heysel Stadion aufeinander und spielten ein anstrengendes, nervöses Spiel von 90 Minuten. Atletico zeigte sich diesmal mehr von seiner attraktiven Seite und war durch überlegene Pässe und Geschwindigkeit die bessere Mannschaft in der ersten Hälfte. Bayern schaltete einen Gang höher, nachdem Müller und Hoeness Chancen zum Torschießen nicht genutzt hatten. Doch am Ende der normalen Spielzeit waren noch immer keine Tore gefallen. Als 30 Minuten zusätzliche Nachspielzeit vorbei waren, zeigte die Tafel noch immer 0 – 0 an. Dann, in den nur ca. 5 verbleibenden Minuten, manövrierte Luis Aragones einen Freischuss ins Tor an Maier vorbei, und es sah aus als hätte Atletico den Europapokal gewonnen. Doch während die letzten Sekunden des Spiels verstrichen, machte Georg Schwarzenbeck einen letzten, verzweifelten Versuch, das Spiel zu retten: Er galoppierte nach vorne aus der Defensive und donnerte einen Schuss aus 18 m Entfernung auf das Tor. Der Schuss sah haltbar aus für den Torwart von Atletico, und doch flog er ungesehen an ihm vorbei ins Netz. Dadurch war das Finale unentschieden ausgegangen. Zwei Tage später trafen sich die Teams im gleichen Stadion, obwohl die Reihen im Publikum nur halbvoll waren. Die Spanier waren ohne ihren kampflustigen Mittelspieler Irureta gekommen, und es sah aus als hätte sie das Spiel stärker ausgelaugt als die Gegenmannschaft. Mit Beckenbauer, der das Spiel kontrollierte, war die Energie und das schnellere Tempo der Deutschen zu viel für Atletico. Dieses Mal war Bayern dominant. Hoeness begann und beendete das Toreschießen in der 28. und der 82. Minute. Gerd Müller machte ein Tor in der 56. Minute mit einem Volleyschuss und ein weiteres in der 69. Minute. Mit dem Abpfiff gewann Bayern das einzige Europa- Pokal Final- Rückspiel und Bayern war zum ersten Mal Sieger des Pokals mit einem 4 – 0 geworden.

 

Im folgenden Sommer war sich Westdeutschland sicher, die beste Fußballnation seiner Zeit zu sein, dominiert durch die Bayern- Spieler, die 1974 den Weltmeistertitel gewonnen hatten. Maier, Schwarzenbeck, Breitner, Hoeness, Müller und im besonderen Beckenbauer waren nun als einige der besten Spieler weltweit bekannt und sie spielten für ein Team, das ein Jahrzehnt zuvor noch nicht einmal in der ersten Liga gespielt hatte. Bayern München hatte sich in einer unbeschreiblich kurzen Zeit von einer unbedeutenden deutschen Mannschaft zu Europameistern entwickelt. Viele der großen Namen auf dem Kontinent waren neidisch, obwohl ihr Team mit Weltklassespielern dominierte. Bayern sah in eine Zukunft, in der es Europa für einige Zeit regieren würde.

Saison 1957/58

Die Europapokal Saison 1957/58 begann damit, dass Roter Stern Belgrad neun Tore in einem Spiel gegen Stade Dudelange aus Luxembourg erzielte, AC Milan ein Wiederholungsspiel gegen Rapid Wien machen musste, das mit 4-2 gewonnen wurde und Gwardia Warschau die erste Mannschaft war, die aufgrund des Loses ausscheiden musste. Nachdem Gwardia und Wismut Karl-Marx-Stadt aus der DDR jeweils ihre Heimspiele mit 3-1 gewannen, gab es ein Entscheidungsspiel, das 1-1 unentschieden endete. Elfmeterschießen gab es damals noch nicht und das Losglück war auf Seitens von Wismut, das sich somit für die nächste Runde qualifizierte. Der amtierende Europapokalsieger aus Madrid erreichte mit lockeren Siegen gegen Antwerpen (8-1) und Sevilla (10-2) das Halbfinale, was allerdings von tragischen Ereignissen anderswo im Wettbewerb überschattet werden sollte.

 

Manchester United erreichte bei seinem ersten Versuch direkt das Halbfinale und es schien, als würden die Engländer der härteste Konkurrent für Real Madrid sein, das den Europapokal zum dritten Mal in Folge gewinnen wollte. Ihre junge Mannschaft war nun ein Jahr älter und hatte wertvolle Europapokal Erfahrung gesammelt. Die Shamrock Rovers und Dukla Prag wurden relativ locker geschlagen und der nächste Gegner für United hieß Roter Stern Belgrad, den Vorjahres Halbfinalisten. Das Hinspiel in Manchester war ein Krimi, wo die Jugoslawen überraschend durch einen Weitschuss von Tasic nach 35 Minuten in Führung gingen. Für eine Weile schien es, als würde United mit einer Niederlage im Gepäck nach Belgrad reisen würde. Duncan Edwards hatte etwas dagegen, machte einen großen Lauf, passte auf Scanlon, der in die Mitte zu Bobby Charlton flankte und der den Ball in der 63. Minute ins Tor beförderte. Und neun Minuten vor Ende war es wieder Edwards, der Eddie Colman fand und der den Siegtreffer für United erzielte. Drei Wochen später, nach einem unglaublichen 5-4 Sieg bei Arsenal am vorherigen Samstag, reiste United für das Rückspiel nach Belgrad. Im Rückspiel machte United schon früh alles klar, musste in Halbzeit 2 noch ein paar kritische Momente erleben, setzte sich aber letztendlich durch und das Halbfinale war erreicht.
Die Heimreise per Flugzeug von Belgrad nach Manchester erforderte einen Zwischenstopp in München, wo der Flieger aufgetankt werden sollte. Dort crashte das Flugzeug, acht der Spieler starben und es gab noch viele mehr Verletzte.

 

Nichts desto trotz musste die verbliebene Mannschaft von United im Halbfinale gegen Milan ran und zu allem Übel, fehlte auch noch Bobby Charlton aufgrund der Nationalmannschaft. Trotzdem zeigte das Team großartigen Charakter, indem es im Old Trafford ein 0-1 in ein 2-1 umwandelte. Im Rückspiel wurden sie jedoch mit vier Toren geschlagen und es waren die Italiener, die das Finale in Brüssel erreichten.

 

Trotz der Tragödie in München, ging das Fußballspielen weiter. Im anderen Halbfinale, brachte Di Stefano mit einem Hattrick für Real Madrid einen 4-0 Sieg gegen Vasas Budapest und im Rückspiel reichte eine 2-0 Niederlage für den Finaleinzug in Ungarn aus. Zwischen Real und einem weiteren Europapokal Erfolg lag ein Milan Team, mit einer der teuersten Angriffsreihen der Welt.

 

67,000 Zuschauer fanden sich im Heysel Stadion ein, um das erste Finale auf neutralem Boden mitzuerleben. Nach rund einer Stunde ging Milan überraschenderweise durch einen Treffer von Schiaffino nach einem Konter in Führung und kurz darauf traf Cucchiaroni den Pfosten für die Italiener. Dann kam die Zeit von Reals Di Stefano, der nun alles für die Spanier machte und 15 Minuten vor Schluss den Ausgleichstreffer erzielte. Auf Seiten von Milan war es der Schwede Nils Liedholm, der in bemerkenswerter Form war und in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit nur den Pfosten traf. Das Europapokal Finale ging erstmals in der Geschichte in die Verlängerung, der Ausgang sollte jedoch wie schon die Jahre zuvor ausfallen. Gento erzielte das entscheidende Tor für Real Madrid und die Spanier gewannen den Pokal zum dritten Mal.

 

1958 Europapokal Finale (Brüssel)
Real Madrid: 3 AC Milan: 2
Real Madrid: Alonso (Kapitän), Atienza, Santamaria, Lesmes, Santisteban, Zarraga, Kopa, Joseito, Di Stefano, Rial, Gento
Torschützen: Di Stefano, Rial, Gento
AC Milan: Soldan, Fontana, Maldini, Beraldo, Bergamaschi, Radice, Danova, Liedholm (Kapitän), Schiaffino, Grillo, Cucchiaroni
Torschützen: Schiaffino, Grillo

Saison 1955/56

Das allererste Europapokalspiel überhaupt fand am 4. September 1955 in Lissabon statt, wo sich Sporting Lissabon und Partisan Belgrad mit 3-3 unentschieden trennten und das erste Europapokal Tor wurde von Sporting Lissabons Joao Baptista Mastins erzielt. Das wichtigste Spiel der erste Runde fand aber vier Tage später in Genf statt. Am 8. September erzielte Miguel Munoz in der 74. Spielminute ein Tor, das Real Madrid zu einem 2-0 Sieg über Servette im Hinspiel der ersten Runde führte. Zu diesem Zeitpunkt wusste es noch niemand, aber dies sollte der Beginn einer fünfjährigen Dominanz des spanischen Meisters sein.

 

Das Geld und die Vision von Real-Präsident Santiago Bernabeu sorgte dafür, dass der Klub aus Madrid nicht nur ein einzigartiges Stadion für europäische Verhältnisse besaß, sondern auch einen Kader, der die ersten Jahre in der Europapokal Geschichte dominieren sollte. Mit ihrer Angriffsreihe unter der Führung von Trainer Jose Villalonga, konnte Real einige Schwächen, die sie in der Defensive hatten, locker ausgleichen und nur wenige Abwehrreihen konnten mit Reals Offensivleuten á la Alfredo Di Stefano aus Argentinien, Hector Rial aus Uruguay und dem blitzschnellen Francisco Gento mithalten. Die Schweizer aus Genf wurden in der ersten Runde mit sieben Toren abgeschossen. Danach ging es für Real in der zweiten Runde am Weihnachtsabend in Madrid gegen Partisan Belgrad, das man wiederum locker mit 4-0 besiegen konnte. Im Rückspiel verlor Real jedoch mit 3-0 und hatte deutlich mehr Probleme als erwartet, letztendlich reichte es jedoch für den Einzug ins Halbfinale, wo der Gegner AC Mailand hieß.

 

In der anderen Hälfte der Auslosung qualifizierten sich die Franzosen von Stade de Reims ebenfalls für das Halbfinale. Reims war zur damaligen Zeit der beste Klub in Frankreich und gespickt mit Talenten der heimischen Liga. Unter Trainer Albert Batteux war Reims Meister und Latin Cup Sieger im Jahre 1953, bevor sie die französische Meisterschaft 1955 erneut gewannen. Die Inspirationsfigur in Reihen der Franzosen war Raymond Kopa, der viel dazu beitrug, dass sich Reims in den ersten beiden Runden durchsetzen konnte. In Runde 1 ging es für Reims gegen Aarhus aus Denmark, das man mit insgesamt 4-2 besiegen konnte. Nächster Gegner war Voros Lobogo aus Ungarn, das man mit einem Gesamtergebnis von 8-6 bezwingen konnte. Im Halbfinale wartete nun Hibernian aus Schottland. Die Hibs waren einer von mehreren Mannschaften, die zu diesem ersten Europapokal eingeladen wurden, in ihren Ländern jedoch nicht amtierender Meister waren. Hibernian galt als eine der Topmannschaften Schottlands, haben sie doch die schottische Meisterschaft 1950 und 1953 gewinnen können aber der Hauptgrund für die Einladung bestand darin, dass sie die einzige Mannschaft in Schottland waren, die Flutlichter am Stadion installiert hatte. Der erste britische Teilnehmer in einem Europapokal Wettbewerb hatte kaum Probleme in den ersten beiden Runden gegen Rot Weiss Essen und Djurgaarden, aber mit Kopa und Stade de Reims sollte im Halbfinale eine sehr viel schwierigere Aufgabe warten.

 

Die Hinspiele der beiden Halbfinals sollten jeweils für die Heimmannschaften einen großen Schritt in Richtung Finaleinzug bedeuten. In Paris sorgten Tore von Leblond und Bliard für einen überzeugenden 2-0 Sieg gegen Hibernian. In Madrid ging Real als 4-2 Sieger vom Platz. Im Rückspiel in Schottland gewann Reims durch ein Tor von Glovacki (sein sechstes Tor in sechs Spielen) und zog ins Finale ein. Real reichte eine 2-1 Niederlage in Mailand und die Finalpaarung des ersten Europapokal-Wettbewerbs stand fest. Die Kontrahenten hießen Real gegen Reims, zwei Teams, die schon 12 Monate zuvor in demselben Stadion das Finale des Latin Cups ausgespielt hatten und wo Real mit 2-0 gewann.

 

Am 13. Juni 1956, zahlten 38,000 Zuschauer rund 20,000 britische Pfund um im Parc des Princes zu sehen, wer zum ersten Europapokal Sieger der Geschichte gekrönt werden würde. Nach 10 Minuten gab es kaum noch Zweifel, dass es sich dabei um Stade de Reims handeln würde. Nach sechs Minuten ging Reims durch einen Freistoß von Kopa (der bereits einen Vertrag für die nächste Saison bei Real unterschrieben hatte) in Führung, der auf dem Kopf von Michel Leblond landete und der den Ball über Alonso ins Tor beförderte und nur kurz darauf sorgte ein Tor von Jean Templin für die 2-0 Führung der Franzosen. Momente später wurde ein Schuss von Kopa von Reals Torlinie gekratzt. Ein feiner Lauf und Schuss von Di Stefano brachte Real zurück ins Spiel und ein Kopfballtor von  Rial sorgte für den 2-2 Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte übernahm Di Stefano die Kontrolle und sein Pass landete bei Joseito, der einnetzte, dessen Tor aber wegen Abseits abgepfiffen wurde. Nach gut einer Stunde beförderte Michel Hidalgo den Ball per Kopf ins Real Tor und sorgte somit für die 3-2 Führung der Franzosen und das Blatt schien sich wieder zu wenden. Aber Real antwortete erneut, denn Marquitos gelang in der 67. Spielminute mit einem abgefälschten Schuss der Ausgleich zum 3-3. Elf Minuten vor Schluss ging Real nach einem wunderbaren Angriff durch Rial erstmals in Führung. Zwei Minuten vor Spielende mussten die Madrilenen noch einen Schreck überstehen, als Templin für die Franzosen nur die Latte traf. Real konnte das Ergebnis über die Zeit retten und wurde mit 4-3 im Finale gegen Reims zum ersten Europapokalsieger aller Zeiten.

 

Das Europapokalfinale zeigte Fußballfans  in ganz Europa, was für eine Macht Real Madrid war und welch Star-Spieler sie mit Di Stefano in ihren Reihen hatten. Der UEFA Präsident Ebbe Schwartz überreichte Real Kapitän Miguel Munoz den Pokal und der Pokal war nun in Reals Händen, wo er auch für viele Jahre bleiben sollte.

 

1956 Europapokal Finale (Paris
Real Madrid: 4 Stade de Reims: 3
Real Madrid: Alonso, Atienza, Marquitos, Lesmes, Munoz (capt), Zarraga, Joseito, Marsal, Di Stefano, Rial , Gento
Scorers: Rial 2, Di Stefano, Marquitos
Stade de Reims: Jacquet, Zimny, Jonquet (capt), Giraudo, Leblond, Siatka, Hidalgo, Glovacki, Kopa, Bliard, Templin
Scorers: Leblond, Templin, Hidalgo